Welt der Botanik
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Der Efeu

Blume des Monats November 2014

Im Herbst, wenn die Bäume kahl, die Blumen verblüht und die Tage zunehmend dunkler, nasser und kälter werden, wünscht man sich nicht selten ein bisschen Farbe. Und tatsächlich gibt es ein paar Pflanzen, die auch der kalten Jahreszeit trotzen und ihre immergrüne Pracht präsentieren. So wie der Efeu (Hedera helix).

Heilige Pflanze der Antike

Die alten Ägypter huldigten mit den immergrünen Kletterranken ihren Gott Osiris, die Griechen ihren Gott Dionysos. Kam an einer Stelle vermehrt Efeu vor, so deuteten sie dies als Hinweis auf göttliche Präsenz. Die Griechen trugen zudem häufig Efeukränze, einerseits zu Ehren von Dionysos, andererseits galten sie als gehirnkühlend. Efeu stand für ewiges Leben – kein Wunder, die Pflanze wird bis zu 450 Jahre alt – und als Zeichen für Liebe und Treue, sodass Brautpaare häufig Efeuzweige erhielten.

 

Auch sprach man ihm eine große Heilwirkung zu. Er fand als Schmerz- und Rheumamittel Verwendung, wurde in Salben gegen Verbrennungen und sogar gegen die Pest eingesetzt. Heute wird seine Bedeutung als Heilmittel zwar wesentlich geringer eingeschätzt, dennoch wurde der Efeu 2010 durch Wissenschaftler der Universität Würzburg zur Heilpflanze des Jahres gewählt. Obwohl die Wirkung des Efeus unstrittig ist – besonders Extrakte der frischen Blätter werden gegen Bronchitis eingesetzt – bleibt er mit Vorsicht zu genießen. Seine Beeren sind für Menschen giftig und dürfen in keiner Form verwendet werden. Auch bei den Blättern sollte man vorsichtig sein und sie nur in geringen Mengen oder stark verdünnt aufnehmen.

Ein Kletterkönig der seinesgleichen sucht

Beinahe weltberühmt ist der Efeu jedoch für seine Kletterkünste. In ganz Europa zuhause erklimmt er problemlos Mauern, Säulen oder Bäume bis zu einer Höhe von 20 Metern. Dabei ist er anders als Schmarotzerpflanzen prinzipiell nicht schädlich für seine Trägerbäume, da er ihnen keine Nährstoffe entzieht. Zum Problem kann aber sein zunehmendes Gewicht und der möglicherweise entstehende Lichtmangel für den Baum werden. Hausbesitzer klagen zudem nicht selten, dass der Haftwurzler einmal an der Fassade festgesetzt, kaum zu bändigen sei. Zwar wächst Efeu in jungen Jahren recht langsam, sobald er aber einmal richtig „Fuß gefasst“ hat, dafür umso schneller.

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© Dr.Friedrich Vogt & Jürgen Vogt